Der Heubach

Radtour durch eine ehemalige Moorniederung und heutiges Vogelschutzgebiet

ca. 50 km

Wie an einer Perlenschnur reihen sich die teils kreisübergreifenden Naturschutzgebiete – allesamt Teil des insgesamt über 5.000 Hektar umfassenden EU-Vogelschutzgebiets „Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge“ – entlang des stark veränderten Heubachs auf …

Das Gesicht des sich einst träge durch die flache, vermoorte Merfelder Niederung schlängelnden Heubachs hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts radikal geändert: Im Zuge der systematischen Entwässerung der Merfelder Niederung und der angestrebten Abtorfung des Weißen Venns bei Gescher wurde der Heubach samt seiner Nebenbäche begradigt und im Regelprofil ausgebaut. An die einstige Unwirtlicheit der Heubachniederung erinnert noch die weitgehend unbesiedelte Landschaft – und eignet sich so zugleich ideal für ausgedehnte Radtouren wie diese.

Eingebettet in die ausgedehnten Ackerfluren liegen entlang der Heubachachse mehrere größere Grünlandkomplexe: Die Heubachwiesen. Das aus mehreren Teilflächen bestehende kreisübergreifende Naturschutzgebiet ist ein Kerngebiet des Feuchtwiesenschutzes in Nordrhein-Westfalen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Grünlandflächen zu Acker umgebrochen, der Lebensraum charakteristischer Wiesenvögel wie Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz und Bekassine schrumpfte bedenklich. Im Rahmen des Feuchtwiesenschutzprogramms wurde sich zwischen Landwirten und Naturschützern deshalb darauf verständigt, Teile der Niederung unter Schutz zu stellen. Durch die Rückumwandlung von Acker in Grünland, extensive Bewirtschaftung der Grünlandflächen und Anlage von Artenschutzgewässern konnte der Lebensraum wieder optimiert werden.

Doch nicht nur für brütende Vogelarten ist die Heuachniederung attraktiv – es ist auch ein bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vogelarten wie etwa der Blässgans. Es verwundert daher nicht, dass die Heubachwiesen mit weiteren Schutzgebieten wie dem Weißen Venn bei Lavesum, dem Schwarzen Venn bei Velen oder den Teichen in der Heubachniederung Teil eines bedeutsamen EU-Vogelschutzgebiets ist.

Tipp: Das Frühjahr eignet sich besonders für diese Tour, dann sind die auffälligen Triller der Brachvögel zu vernehmen und das Grünland zeigt sich vor der ersten Nutzung in seiner größten Blütenpracht.

Hinweis: Die Heubachwiesen liegen kreisübergreifend im Kreis Coesfeld und im Kreis Borken. Sie werden von der Biologischen Station Zwillbrock e.V. betreut: www.bszwillbrock.de

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