Venner Moor
Ein Portrait

Unbegehbare Sümpfe gehören schon längst der Vergangenheit an. Auch vom ursprünglichen Venner Moor ist nur ein verschwindend kleiner Teil übrig geblieben. Heute ist das ehemalige Hochmoor in Teilen wieder vernässt. Das europäische Schutzgebiet ist nicht nur Anziehungspunkt für Besucher sondern vor allem auch Lebensraum für seltene Arten. Die Kreuzotter ist eine von ihnen. Nicht leicht zu entdecken, jedoch unverkennbar an ihrem dunklen Zickzackband.

 

Die Baumberge
Europäisch geschützte Buchenwälder und Baumberger Sandstein

Als Erholungsgebiet sind die Baumberge weithin bekannt. Die Anhöhen gehören zu den höchsten Erhebungen im Münsterland. Nicht nur der Longinusturm sondern auch die Steinbrüche mit dem berühmten Baumberger Sandstein, alte Höfe, historische Landwehrwälle und das Mordkreuz zeugen von geschichtlicher Vergangenheit. Aus Sicht des Naturschutzes ist der zentrale Höhenzug von besonderer Bedeutung. Das FFH-Gebiet mit seinen großflächigen Buchenwäldern ist europäisches Schutzgebiet, das entdeckt werden will…

 

Kulturlandschaft Nordkirchen
Strukturreiche Landschaft in der Schlösserachse Nordkirchen und Westerwinkel

Blühende Wiesen mit einer Vielzahl von Wildblumen – daneben extensiv genutzte Mähweiden, Natur aus Wald- und Heckenlandschaften. All dies in unmittelbarer Nähe des wohl berühmtesten Barockschlosses des Münsterlandes, dem Schloss Nordkirchen. Ruhepunkte für die Seele und einzigartige Lebensräume stehen hier in außergewöhnlicher Balance.

 

Frühjahrsblüher im Buchenwald
Einzigartige Lebensräume von europaweiter Bedeutung

In vielen Buchenwäldern wachsen jedes Jahr aufs Neue Frühlingsblumen heran, die den Waldboden in ein Blütenmeer verwandeln. Arten wie Buschwindröschen, Waldmeister oder Bärlauch nutzen das Licht – bevor das Blätterdach sich schließt. Sie wachsen, knospen und entwickeln ihre Blüten in nur wenigen Wochen. Für uns ein selbstverständliches, fast unspektakuläres Schauspiel. Weltweit gesehen sind unsere Buchenwälder jedoch einzigartig und deshalb europäisches Naturerbe.
 

Eichen-Hainbuchenwälder
Naturerbe und Markenzeichen des Münsterlandes

Ein weitere Waldgesellschaft, die europaweit einmalig ist. Mächtige Stieleichen mit ihrer rissigen Rinde und Hainbuchen prägen das Bild des Waldes. Er ist Lebensraum für den stark gefährdeten Mittelspecht, im Frühjahr sind die Waldblumen wie Sternmiere, Veilchen und Schlüsselblume charakteristisch. Der Eichen-Hainbuchenwald braucht nasse, schwere Böden. So, wie sie im Münsterland vorkommen. Nur auf diesen Standorten können wir diese Waldgesellschaft erhalten.

 

Steinkäuze
Eine europäisch geschützte Art im Portrait

Steinkäuze gehören zu den kleinsten heimischen Eulen. Mit dem Rückgang alten Streuobstwiesen und knorriger Kopfweiden verschwanden sie in vielen Regionen nahezu vollständig aus der Kulturlandschaft. Im Kreis Coesfeld hat sich ihr Bestand auf Grund des Einsatzes von Naturschützern, die sich um den Erhalt der Streuobstwiesen und um neue Nistmöglichkeiten kümmern, wieder erholen können. Sie sind zu Sympathieträgern des Naturschutzes geworden.

 

Heide – eine alte Kulturlandschaft
Leben auf Sand

Viele Maler und Heimatdichter haben die Heide als Naturidylle pur empfunden. Dabei ist die Heide eine von Menschen gemachte Kulturlandschaft – aus der Not geboren, auf nährstoffarmen Sandböden. Heute sind die auch im Kreis Coesfeld ehemals weit verbreiteten Heiden nur noch in Relikten erhalten. Sie sind vor allem besonderer Lebensraum für die Natur und die daran angepassten Tier- und Pflanzenarten.

 

Wasserwelten – Bäche
Lebensadern der Landschaft

Ein Blick in die Zukunft: Die Bachforelle hat ein Revier besetzt. Sie steht gegen den Strom und wartet auf Nahrung. Eine Bachbiegung weiter ein seltenes Schauspiel: Laichende Bachneunaugen sind wieder überall zu finden.
Mit einem Blick aus der Luft auf einen naturnahen Mäander der Berkel entsteht ein Bild von unseren Bächen, wie sie einmal als natürliche Lebensadern durch unsere Landschaft flossen. Renaturierung lohnt sich. Schafft man doch erneut Lebensräume, wie sie vielerorts bereits verloren gegangen sind.

 

Quellen der Baumberge
Steverquelle, Hexenquelle und weitere…

Quellen sind mystische Orte mit Verbindungen zu den Tiefen der Unterwelt. Die Steverquelle ist so ein Ort – Kohlensäurebläschen entweichen aus dem Grund, tanzende Sande formieren sich immer wieder neu. In den Quellbächen der Buchenwälder leben heimliche, jedoch faszinierende Tiere, die sich diese kühlen Bedingungen zu Eigen machten. Die Feuersalamander.

 

Feuchtbiotope aus 2. Hand
Artenreiche Biotope – Kleingewässer

Ehemalige Boddenaubbauflächen wie die Tongrube am Brink oder das Plümer Feld sind zu einem Eldorado des Naturschutzes geworden. Vor allem in den zahlreichen Kleingewässern mit ihren ausgedehnten Uferzonen finden viele Tier- und Pflanzenarten neuen Lebensraum. Zur Paarungszeit sind die verschiedenen Amphibienarten nicht zu überhören. Unter ihnen der stark gefährdete Laubfrosch. Als „König der Frösche“ hat er mit den neuen Kleingewässern in sein altes Reich im Münsterland zurückgefunden.